Verein

Miesbach ist eine Kleinstadt im Schlierachtal, 50km südlich der Landeshauptstadt München, am Rande der Bayrischen Alpen und liegt 697 m über dem Meeresspiegel. Der bereits um 1300 als Markt bestehende Ort wurde am 06.Mai 1918 von

König Ludwig III zur Stadt erhoben , der sich das Schützenwesen seit jeher wohlfühlte und größtes Ansehen genießt.

Mit den Zünften scheint die Schützengesellschaft die älteste Vereinigung zu sein, denn auch die Schützen waren zunftmäßig eingegliedert. Der Jahrtag fand am Montag nach Pauli Bekehrung statt. Vermutlich wurde die Schützengesellschaft schon um 1748 gegründet. Leider fehlen hierfür die nötigen Unterlagen. Sie wurden vermutlich durch die beiden großen Brände in den Jahren 1527 und 1783, bei denen fast der ganze Markt Miesbach zerstört wurde, vernichtet. Nach älteren Aufzeichnungen erhielt die Feuerschützengesellschaft Miesbach bereits 1748 von der kurfürstlichen Regierung eine sogenannten Schützenvorteil, den auch schon die Maxelreiner gegeben hatten, die in der Zeit von 1516 bis 1734 als Nachfolger der Waldecker in Miesbach residierten.

Bis 1883 wurde die verstorbenen Schützen noch gemeinsam mit den Mietgliedern der Sebastian-Bruderschaft beim Gottesdienst genannt.

Wie schon erwähnt, wurde die Kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft Miesbach spätestens im Jahren 1748 gegründet, wie aus den bereits im Besitz der Schützengesellschaft befindlichen unterlagen hervorgeht. In einer Festschrift wird z.B. zum 125 jährigen Jubiläumsschießen am 24. Juni 1873 geladen. An diesem Schießen beteiligten sich 321 Schützen aus 35 Ortschaften, darunter Teilnehmer aus Kufstein, München, Nürnberg, Ingolstadt, Fürth, Amberg, Rotha. Inn usw., um nur einige zu nennen.

Interessant ist auch die Einladung zum 150jährigen Jubiläumsschießen , worin es wörtlich heißt:

Leibwerte Schützenbrüder!

Nachdem die ältesten Aufzeichnungen bis zum Jahre 1748 über die hiesigen Schützengesellschaft reichen, welche bereits zu genanntem Zeitpunkt von der kurfürstilche bayr. Regierung einen sogenannten Schützenvorteil erhielt, und demnach schon damals privilegiert war, gaben wir zur Erinnerung an das 150 jährige Bestehen unserer Gesellschaft von 14-17. August 1898 ein

DSC_2494

150jähriges Jubiläumsschießen

Das unterzeichnende Ehrenpräsidium bestand aus dem Kgl. Schützen-Commissör Freiherr von Moreau und dem Bürgermeister Salzbergeraus Miesbach. Für das Schützenmeisteramt stehen dort die Namen Koeber und Schröck. Auch diesem Schießen muss ein großer Ruf vorausgegangen sein, denn in dem vorhandenen Verzeichnis sind 236 Teilnehmer angeführt, die zum Teil von weit her kamen. Als Beispiel seien hier nur einige Orte genannt: München, Rosenheim, Wolfratshausen, Landsberg, Garmisch, Marquatstein, Altötting, Dillingen, Plattling, Augsburg, u.v.m.

Vermutlich waren auch Bürgerwehr und Gebirgsschützen in frühern Zeiten mit der Schützengesellschaft eng verknüpft wie eine Legitimationskarte annehmen lässt. Diese befindet sich im Heimatmuseum der Stadt Miesbach und hat folgenden Wortlaut:

Legitimationskarte:

Für Herrn Johann Kinshofer , Zimmermeister Son und Gebirgsschützen Hauptmann, Compangnie Parsberg Miesbach Mitglied der unterfertigten Schützengesellschaft Ausgefertigt am 22ten Jäner 1854

priviligierte Schützengesellschaft Miesbach

DSC_2499

Unterschrieben ist die Legitimationskarte vom Kassier.

Schützen – Commissär Boshauf (?)“ und für den Schützenmeister der Name: Osterer, Winkler, Flöhl (?).

1858 musste dann wohl ein großer Tag für die Bürger und insbesondere die Miesbacher Schützen gewesen sein. Am 15 Juli wurde in Anwesenheit der Königs Max II von Bayern das Königsschießen abgehalten. Eine Gedenktafel an dieses Ereignis kann man heute noch an der Mauer der Stadtbibliothek beim Rathaus in Miesbach besichtigt werden und lautet:

Maximilian II

König von Bayern, verweilte hier am 15. Juni 1858 im Kreiße seiner bei Festschießen und Tanz um ihn gescharrten Miesbacher und sprach hierbei die hochbeglückenden Worte aus:

Ich weiß, das ihr mich liebt Und vertraue auf euch.

Wir wollen zusammen halten In guten, wie in bösen Tagen.

Die älteste Schießstätte stand ungefähr in der nahe des heutigen Rathauses. 1820 wurde mit einem Kostenaufwand von 1085 Gulden eine neue gebaut und die alte für 350 Gulden verkauft. Die Kosten der neuen Schießstätte trug die Schützengesellschaft und die Marktgemeinde gemeinsam, weil letztere drin auch das Feuerhaus unterbringen konnten. Ein neuer Schießstand, westlich vom alten, wurde 1858 für das große, überaus zahlreich besuchte Königsschießen eingerichtet und die alte Schießstätte als Gemeindehaus bestimmt, aber das Feuerhaus dort belassen. Schon im Jahre 1866 wurde an der Schützenstrasse auf Kosten der Königlich Privilegierten Feuerschützengesellschaft Miesbach eine neue Schießstätte gebaut. In diesem Zusammenhang mag von Interesse sein, dass das Gebäude der Schießanlage im Krieg der Regierung zur Errichtung eine Behelfslazarettes zur Verfügung gestellt wurde. Im Hinblick auf die Witterung und die leichte bauweiße der Gebäude wurde von diesem Anerbieten jedoch nicht Gebrauch gemacht und die Betten wurden in den Tanzsaal des Gasthofes Wendelstein verlegt.

Als dann Streitigkeiten mit der „Oberbayer. Aktiengesellschaft für Kohlebergbau“ wegen einer Benutzung über die Schlierach und den aufstellen von Scheiben Aufstellen von Scheiben auf ihrem Grund in den 90er Jahren das vorigen Jahrhunderts immer stärker wurden (einige Scheiben aus dieser Zeit sind erhalten), erwarb die Feuerschützengesellschaft 12080qm Grund in der Au zwischen Miesbach und Parsberg. Der Grundbucheintrag erfolgte am 23 Februar und 24 Oktober 1891. Auf diesem Grund befindet sich noch heute die Luftgewehrschießanlage mir Gaststätte. Das die Schützengesellschaft auch damals schon in finanzielle Nöten gewesen sein musste, zeigte eine mit Datum vom 1. Mai 1884 abgedruckter „ Anteheil-Schein Nr.34“,der die Beteiligung an der Schießstätte mit 20 Mark bestätigt. Außerdem zeigt die Abschrift eines Protokolls der Generalversammlung der Schützengesellschaft in Miesbach die Kündigung einer Hypothek in Höhe von 2247,21 Mark auf ,die der Herr Notar Kammerer beurkundete, sowie die Neuaufnahme einer andern Hypothek in Höhe von nun mehr 1200 Mark.

Dass der Schießsport in den Jahren 1860-1900 eine besondere Blüte erlebte, darüber geben einige schriftliche Unterlagen Auskunft. So bedankte sich das „comitie des 11ten bayer. Bundesschießen in Nürnberg“ mit Scheiben von 6. August 1865 bei der Miesbacher Schützengesellschaft für die Stiftung einer „Uhr mit Glassturz“. Besonders beliebt schienen Hochzeitsschießen gewesen zu sein, denn folgende gehen aus den Unterlagen oder auch Schützenschreiben hervor:

Christine Düll am 21. Sept. 1870 mit 37 Teilnehmern,

Alfred Schillinger, Apotheker und Gutsbesitzer August Waitzinger, beide 28. Und 29.Juni 1884, u.v.m. .

Geschossen wurde auf 150 Schritte Entfernung auf Scheiben mit einem „12 zölligen in drei Kreise geteilten Schwarz“. Als Einlagen mussten 3 Gulden, 12 Kreutzer gezahlt werden. Auf die Ehrenscheibe gab es 4 Preise, auf Glück und Haupt je 4. Aus dieser Zeit von 1873 liegt auch noch eine „Provisorische Kranzlordnung“ vor aus welcher hervorgeht, Dass die Mehrheit der anwesenden Schützen jehweils über eine Schießentfernung von 150 oder 180 schritte abgestimmt hat. In einer Großen Gedruckten Todesanzeige gibt die Witwe, Frau Therese Hirner, den Tod ihres Mannes Willibald Hirner, Gastwirt und Schützenmeister von Miesbach bekannt.

1877 fand dann ein weiters Hochzeitschießen statt und zwar das des Gutsbesitzers Eduard Bermühler aus Wallenburg, bei welchem Einlagen von 4 Mark (!) gemacht werden mussten. Dies war eine beachtliche Summe für die damalige Zeit mit ihrem geringen verdienst. Interessant ist auch ein Schreiben mit dem Datum vom 15 Juni1877, in dem der Vorstand des „Bayrischen Schützenverein“, von Krempelhuber, Miesbacher Feuerschützen anmahnt, doch Mitglieder des Bayer. Schützenbundes zu werden.

Ein besonderer Höhepunkt im Schützenleben der Miesbacher war wohl auch das „Wittelsbacher Jubiläumsfestschießen“ am 1. Und 2. August 1880. Die Miesbacher Feuerschützen nahmen an beiden tagen der Veranstaltung teil, bei welcher das „Geburts- und Namensfest seiner Majestät des König“ und die Enthüllung des restaurierten Freskogemäldes an der Stadtpfarrkirche zu Sendling zur Erinnerung an die Schlacht von 1705 gefeiert wurde. Übrigens erwähnt das Festprogramm neben anderen Gebirgsschützen- Compagnien auch die Compagnie „ Miesbach und Umgebung“. Die Miesbacher Schützengesellschaft war dem Königshaus spätestens seit dem Schießen im Jahre 1858 Bekannt, das bezeugen Schriftstücke folgender Art:

1. Das Hofmarschall-Amt des Herzogs Karl Theodor von Bayern stiftet als Schützenpreis 25 Dukaten anlässlich des 125jährigen Jubiläumsschießen im Jahre 1873.

2. Das „ Königliche Bayrische Hofsekretariat“ teilt mit Schreiben vom 15.Juni 1873 mit, dass „ Seine Majestät der König“ Bedauert, Jubiläumsschießen mit teil- nehmen zu können stiftet einen silbernen Becher.

3. Am 23. Juni 1898, teilt das Hofmarschallamt Seiner Kgl. Hoheit, des Prinzen Ludwig von Bayern mit, dass diese „ die Gnade haben werden“, für das Jubiläumsschießen eine goldene Uhr zu spenden.

4. Zum gleichen Jubiläumsschießen schreibt das Königliche Bayrische Hof Sekretariat am 12. Juli 1898: „ Seine Königliche Hoheit, der Prinzregent habe sich Allerhuldvollst gewogen gefunden, zu einem Ehrenpreis Allerhuldvollst zu spende“. Dieser Ehrenpreis bestand aus 1 Dutzend „Dreiteiliger Essbestecke“.

Die weitern Unterlagen berichten von vielen Schießveranstaltungen, Worunter auch sogenannten „Sedan-Fest-Schießen“ in den Jahren 1884, 1885 und 1893 zu finden sind. Auch von einer „Carnevals- Veranstaltung“ mit Theateraufführung im Gästehaus Wendelstein im Jahre 1882 wird berichtet. Nichtmitglieder konnten sich „beteiligen durch die Erholung einer Eintrittskarte im Betrage von 1 Mark“, Es stand jedem frei, maskiert oder unmaskiert zu erscheinen. Mitglieder konnten sich „ der Schützentracht bedienen“.

1884 wird wieder von einem Hochzeitsschießen berichtet, abgehalten am 29. und 30. Juni zu Ehren des Apothekers Franz Salzbergers, bei welchem es Preise im Wert von 162 Mark mit 19 seidenen Fahnen gab. Die Einlage hierfür betrüg den stolzen Preis von 6 Mark und 20 Pfennig.

DSC_2491Festschießen in der Schießstätte Au bei Miesbach 1928/30 (v.li): Bürgermeister Carl Fichtner,

Adjudant Von Prinz Alfons, Finanzbeamter Graf, Prinz Alfons von Bayern, Fahnenträger Malermeister Stanzer, Sattlermeister Kraisser, Kaminkehrermeister Wänninger mit der Schützenkette, Schlossermeister Heinrich mit Turnvereinssakko.

Ab und zu fiel auch bei damaligen Schisveranstaltungen schon mal ein Schütze aus der Rolle. Das beweist ein Schreiben vom 4. Juli 1868 vom Schützenmeisteramt der Kgl. Priv. Hauptschützengesellschaft München an die Schützengesellschaft Miesbach, Worin mitgeteilt wird, „das ein gewisser F. Boesl, welcher Tierarzt im Miesbach und verehrl. Schützengesellschaft angehören soll“, bei einem in Grünwald von einer Privatgesellschaft am 29. Juni durchgeführten Schießen sich so“exessiv benahm“ und auch noch mit dem

„Gewehr Zuschlug“, dass er von der gemeinde abgeführt werden musste. Alle umliegenden Schützengesellschaften wurden von diesem Vorfall unterrichtet und man empfahl der Miesbacher Schützengesellschaft , weitere Maßnahmen zu ergreifen. Selbstverständlich wurde die Teilnahme Am Schützenleben auch von den Miesbacher Feuerschützen nicht als Sportlich Freizeitbetätigung gesehen, sondern wohl auch als Übung für die eventuelle Landesverteidigung betrachtet. So liest man nämlich in einem Schreiben des Bürgerwehrausschusses Miesbach vom 9. Sept. 1870 „…ob, nachdem bereits früher die Mitglieder der Schützengesellschaften eine Schützen-Compangnie gebildet haben, dieselben auch jetzt geneigt wären, dem zu bildenden Bürgerwehr-Schützen-Corps als Mitglieder beizutreten“. Auf Grund von vorhanden Unterlagen lassen sich mehrere Schützengesellschaft in dieser zeit nachweisen.

Über eine Schützengesellschaft „Lumperei“, auch Lumpengesellschaft“ bezeichnet, liegen die Gründungsprotokolle vom 25. Juni 1873 mit Gründungsschießen und einem Verzeichnis der Preisträger vor. Außerdem ist eine Mitgliederliste vorhanden. Die im Miesbacher- Anzeiger Nr.46 vom 13. Juni 1875 veröffentliche Liste der Preisträger eines abgehalten Schießen enthält so bekannte Namen wie : Max von Klenze (Kgl. Bay. Oblt.),Graf von Fuger, Ritter von Lengrießer (Kgl. Bez. A. Assessor aus Wolfratshausen) und Alois Dirnberger ( Kunstmaler in Miesbach). Vermutlich schloss sich die Gesellschaft der jetzigen Feuerschützengesellschaft an, wie einige im besitz befindlichen Schützenscheiben vermuten lassen.

Auch eine religiöse Schützengesellschaft, die „ Sebastiani-Bruderschaft “, bestand, wie aus einem „Perceptionsregister “ aus den Jahren 1871-1875 hervorgeht.

Gegen Ende des Jahrhunderts nahmen die Mitgliederzahlen und damit wohl auch die Aktivitäten der Schützen etwas ab:

1871 = 155 Mitglieder

1875= 188  Mitglieder

1884= 119 Mitglieder

1885= 111 Mitglieder

1886= 105 Mitglieder

1887= 104 Mitglieder

1891= 104 Mitglieder

1892= 98  Mitglieder

1893= 94  Mitglieder

1895= 83  Mitglieder

1896= 87  Mitglieder

Die Miesbacher Schützen nahmen aber auch an Veranstaltungen auserhalb des eigen Landkreises teil. So z.B. am

2. Bayer. Bundesschießen in Nürnberg 1865

3. Bayer. Bundesschießen in Bamberg 1874

Außerdem nahm man an folgenden Deutschen Bundesschießen teil 1875 in Stuttgart

1881 in München 1890 in Berlin 1897 in Nürnberg

Bundesschießen Berlin 1810 Bundesschißen Nünberg 1897

Linker Pokal: 10. Deutsches Bundesschießen 1890 in Berlin

Rechter Pokal: 12. Deutsches Bundesschießen 1897 in Nürnberg

Aus der Zeit von 1900 bis 1945 sind die vorhanden Unterlagen recht Spärlich. Dass es dennoch ein aktives Schützenleben gab, bezeugt eine Satzung der „Kleinkalieber- Schützengesellschaft Miesbach“, die im Verlag des Miesbacher Anzeiger gedruckt wurde.

Aus einem Schreiben, welches „ Der Beauftragte des Reichssportführers für den Gau 16 (Bayern) verfasste, geht hervor, das sich die „Zimmerstutzengesellschaft Schlierach“ und die „Bürgerzunft Miesbach“ zu einer „Zimmerstutzengesellschaft“ zusammengeschlossen haben. Weiteres ist hierüber nicht bekannt.

Schützenmeister Waren:

Um 1854 Herr Osterer

Um 1864 Baptist Hilpoltsteiner Um 1873 Hirner/Wild

Um 1890 Hager

Um 1898 Schröck

Um 1925 Josef Kaim

Um 1942 Anton Ellmann

Josef Friesl Karl Weigl

Dr. Elimar Nett

bis 1968 Martin Lechner

bis 1971 Anton Kühlechner

Diese Aufstellung kann nicht vollständig erstellt werden.

Die Kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft Miesbach verfügt über eine große Zahl alter wertvoller Scheiben und dazu über zwei alte Schützenketten – eine für Luftgewehr und eine

für Kleinkalieber. Laut Überlieferung ist eine dritte Schützenkette in den Wirren der Nachkriegszeit wohl durch die Besatzungsmächte abhanden gekommen.

Den Erhalt der noch im Besitz befindlich Schützen Ketten verdankt die Feuerschützengesellschaft seinem Mitglied Sepp Brommer, der auf den klugen Gedanken kam, diese Ketten in eine blech dose einzulöten und zu vergraben, Georg Krauß, von Beruf Spengler, führte die arbeiten aus.

Die ältesten im Besitz der Schützengesellschaft befindlich Schützenscheiben sind aus den Jahren 1798. Weiter Scheiben aus den Jahren 1817 – 1911 sind erhalten, die häufig von so bekannten Kunstmaler wie Alois Dirnberger, geb. 1823, dessen Lehrmeister die berühmten Professoren Piloty und Kaulbach waren, gemalt wurde. Alois Dirnberger war Miesbacher und Mitglied in der Schützengesellschaft. Aus der neueren Zeit stammen Scheiben von den Malern Keller-Kühne, Stallhofer und Wasmeier.

DSC_2488 2Schützenhaus in Miesbach/Au in der Zeit von 1892-1928

Die Kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft verfügt heute noch über das 1891 erworbene Grundstück mit 12080qm in der Au zwischen Miesbach und Parsberg. Auf diesem Grundstück befinden sich heute eine öffentliche Gaststättengebäude mit einer Luftgewehrhalle und einem Kleinkalieber- Schießstand.

Seit 1945 umfassen die Renovierungsarbeiten am Gaststättengebäude das gesamte Dach, die Fenster, Böden und Decken und das Salettl wurde winterfest gemacht. An der Luftgewehrhalle wurden das Dach, der Boden und die Wände erneuert, 10 automatische

Zuganlagen installiert und die ganze Halle so umgestalte, dass durch verschieben der Standanlage auch für andere Veranstaltungen verwenden lässt. Mit einem Kostenaufwand von ca. 40000,00DM wurden die Arbeiten in den Jahren 1972 bis 1982 in Eigenleistung durch die Mitglieder verrichtet.

Am 1. Juli 1970 schloss die Schützengesellschaft mit den Tennisclub Miesbach einen Vertag zur Errichtung von 3 Tennisplätzen. Aufgrund einer Vertragsänderung konnte ein vierter Tennisplatz und eine Trainingwand errichtet werden. Die Anlagen werden derzeit vom Sportverein Postberg genützt.

Am 8. April 1981 wurde die Gaststätte „Schießstätte“ an die Haniel Brauerei Haimhausen verpachtet und vom neuen Wirt Hubert Geisenberger mit Frau übernommen.

Mit dieser Verpachtung wurde gleichzeitig der finanzielle Grundstein für die Errichtung der geplanten Kleinkaliber Schießanlage gelegt. Die Bauarbeiten begannen im Juni 1981.

Die Kleinkaliber Schießanlage mit zwölf automatischen Zuganlagen wurde überwiegend in Eigenleistung der Schützen mit ca. 5500 Arbeitsstunden bis zum Jahre 1985 fertig gestellt. Die anfallenden Kosten von ca. 180.000,00 DM wurden durch Zündschlüssel der Stadt Miesbach, des Landkreises und durch zum Teil kostenlose Materiallieferungen und Arbeitsleistung verschiedener Firmen aufgebraucht. Die Schützen bedanken sich bei allen Mitarbeitern und Spendern sehr herzlich.

Am 20. Oktober 1983 konnte die Hebfeier in Anwesenheit des Landrates Wolfgang Gröbel, des ersten Bürgermeisters Schuhbeck sowie des stellvertretenden Landrat Dr. Gerhard Meier abgehalten werden.

1989-1990 wurde die Schützen Gesellschaft in eine Spendenaffäre verwickelt. Auslöser war Senator Henning Voigt, der der Schützengesellschaft eine Spende in Höhe von 570.000 DM angeboten hatte. Seine Bedingungen waren:

1. ein Objekt unter bestimmten Bedingungen zu realisieren;

2. Den sofortigen Baubeginn zu erwirken.

3. Die Spende sollte in drei Raten innerhalb von drei Jahren geleistet werden.

Die geplante Bausumme belief sich auf über 2 Millionen DM und sah einen umfangreichen Gaststättenumbau, sowie eine LG-Halle mit kurz Waffenstand im Kellergeschoss vor.

Nach langwierigen und intensiven Diskussionen hat sich während einer außerordentlichen Hauptversammlung die Mehrheit der Mitglieder gegen das Objekt ausgesprochen.

Gründe, die gegen das Objekt Sprache, waren:

1. Die fehlende finanzieren;

2. Die notarielle nicht gesicherte Spendenbereitschaft von Herrn Voigt;

3. Die bestehenden vertraglichen Bindungen an die Brauerei Haniel und an den

Miesbacher TC, was zu erheblichen Ablösesummen geführt hätte;

4. Der nicht bedarfsgerechte Um- und Neubau;

5. Die Vermutung, dass die Schützen Gesellschaft mit diesem Objekt in die

Zahlungsunfähigkeit getrieben werden sollte;

6. Ca 1 Millionen DM waren nicht finanzierbar;

7. fehlende Kalkulation der Unterhaltskosten.

Nach dieser Entscheidung ging man auf eine vernünftige Planung für eine längst ins Auge gefasste Kurzwaffenstand neben der bestehenden KK-Anlage zu. Die Planung wurde mehrfach geändert bist eine moderne, allen derzeitigen Ansprüchen gerecht werdende Anlage konzipiert war. Der Baubeginn war im Herbst 1995, die Rohbaufertigstellung sollte im September 1996 sein.

In der Zeit nach dem letzten Weltkrieg haben die Miesbacher Schützen nicht nur gebaut und renoviert, sondern sie haben trotz allem das eigentliche Ziel Ihrer Gesellschaft, das sportliche schießen im Auge behalten. Das ist mit dem Schießsport in der Kreisstadt Miesbach wieder aufwärtsgeht, kann man schon an einen kleinen Überblick der Mitgliederzahlen ersehen.

1960 = 24 Mitglieder 1970 = 35 Mitglieder 1986 = 174 Mitglieder 1996 = 195 Mitglieder

1973 wurde die Mannschaft mit Hubert Bichler, Bernhard Minsinger und Matthias Veicht oberbayerische Meister in Luft LG -3 Stellungskampf der Jugend- Junior.

Alles 1976 der Gau Holzkirchen den DSB Pokalen zum ersten mal gewann, waren die Miesbacher Feuerschützen Werner Dippold (gleichzeitig Einzelsieger mit 399 Ringen), Thea Minsinger und Matthias Veicht maßgeblich beteiligt.

1980 konnte Hansi Estner als Mitglied der bundesdeutschen Biathlon Staffel bei den Olympischen Spielen in Lake Placid die Bronzemedaille erkämpfen.

1981 war für die Miesbacher Schützen ein besonderes erfolgreiches Jahr, denn dort konnte die Mannschaft mit Hans Bauer, Hubert Bichler, Werner Dippold und Bernhard Minsinger die Oberbayerische, die bayerische und die Deutsche Meisterschaft im Zimmerstutzen erringen. Dieser eindrucksvollere Erfolg konnte 1986 wiederholt werden. Hubert Bichler wurde deutsche Einzelmeister mit dem Zimmerstutzen.

1982 war Hubert Bichler bei den Weltmeisterschaften in Venezuela erfolgreich. Er gewann mit seiner Mannschaft die Silbermedaille im Kleinkaliber liegend und die Bronzemedaille im die GK-Wettkampf. In gleichem Jahr errang er auch noch einen Meistertitel bei dem Armbrust-Weltmeisterschaften in der 30-Meter. Distanz.

1995 beteiligen wir uns am Standeröffnung Schießen in Moosach, wo wir einen zweiten Platz belegte und Armin Weiß die Eröffnungsscheibe gewinnen konnte. Beim Pachmayer Gedächtnisschießen in Traunstein belegten wir mit dem Kleinkaliber 50 m dem ersten Platz. Einen weiteren Erfolg konnten wir beim 32. Bundesschießen der Gebirgstruppe in Wolfratshausen mit dem zweiten Platz verbuchen. Um den Schießsport in weiteren Kreisen der Miesbacher Bevölkerung bekannt zu machen, führte die Schützengesellschaft seit 1978 Stadtmeisterschaften im Luftgewehr schießen durch. Diese Schießveranstaltung erfreuen sich größter Beliebtheit, was die Teilnahme von bis zu 400 Wettkämpfen wie weiß. Seit diese Veranstaltung durchgeführt wird, wird der Schießsport in zunehmendem Maße wieder alles Sport verstanden und entsprechend gewürdigt. So ist z. B. schon mehrmals der Miesbacher Bürgermeister Hans Schuhbeck als Maler und Stifter von Scheiben für den Stadtmeister in Erscheinung getreten.

Ebenso begeistert wirkten die Miesbacher Feuerschützen beim historischen Festzug im Jahre 1993 mit. Sie stellten die Königsreise von König Max II aus dem Jahre 1858 dar, als er ein Schießen in Miesbach besuchte.

DSC_2492

Die Miesbacher Schützengesellschaft 1910, Rechts mit Scheibe der Bäckermeister Gollwitzer.

Im Januar 1996 richteten wir ein Sebastiani -Schießen aus, der bekanntlich der Schutzpatron der Schützen, Jäger und Polizeibeamten ist. Bei diesem schießen mit dem Zimmerstutzen verzichtetem wieder auf die übliche Ausrüstung, um den geladenen Berufs. Standesgruppen die Chancengleichheit zu gewährleisten.

Beim alljährlichen Bürgerfest in Miesbach dürfe die Feuerschützengesellschaft nicht fehlen. Der Erlös, der mit dem Armbrustschießen erzielt wird, geht zugunsten des Heimatmuseums an die Stadt.

Heute ist die Kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft Miesbach unter der Rubrik Turn- und Sportverein eingegliedert. Sie nimmt aktiv am Miesbacher Vereinsleben teil, so z.B. seit Jahren an der Stadtmeisterschaft im Ski- Langlauf, Ski-Alpin ,. Kegeln, Eisstockschießen u.a.mehr .

Die derzeitige Vorstandschaft:

1. Schützenmeister : Werner Dippold jun.

2. Schützenmeister : Werner Dippold sen.

Schatzmeister         :Marianne Dippold sen.

Schriftführer           : Ludwig Oberndorfer

Sportwart               : Peter Denk

Heutiger Zweck der Gesellschaft ist Übung im Scheibenschießen und gesellschaftliche Unterhaltung.

 

Hinterlasse eine Antwort